Vergnügen

Podcast: Strahlend alt werden

Ich wurde von der Organisation ZEITPOLSTER eingeladen, mein Konzept Strahlend alt werden, im Rahmen ihrer Podcast-Serie „Cleveres älter werden“ vorzustellen. Und dieses Gespräch mit Judith Schneider (Regionalkoordinatorin) möchte ich Euch mit diesem Post präsentieren. Wir sprechen über die Punkte;

  • Wie ist es, in Pension zu gehen?

  • Wie findet man Struktur in diesem Lebensabschnitt, der von Freiheit und Selbstbestimmung geprägt ist? Wie organisiert man sich? Und wie kann man anfängliche Schwierigkeiten bewältigen.

  • Warum ist Persönlichkeitsentwicklung in der Pension wichtig und worauf gilt es dabei besonders zu achten?

  • Mein Konzept der 5 Säulen für ein strahlendes Alter, was dazugehört und wie man diese 5 Säulen in Balance bringen kann.

  • Wie man die Vision für ein schönes Alter definiert und das Innere Drehbuch dazu schreibt.

  • Warum Liebe so wichtig ist.

  • Dass man sich auch um das Thema Tod nicht drücken sollte.

  • Die Schönheit des Alters und was wirklich im Leben zählt.

Podcast mit Helga Pražak: strahlend alt werden

Im Grunde ist dieser Podcast eine vereinfachte Zusammenfassung meiner bisherigen Blogs und Ideen zu diesem Thema und manches wird euch daher vielleicht bekannt vorkommen. Für jene, die erst meine neueren Posts gelesen haben, ist es eine Gelegenheit, die zugrundeliegenden Überlegungen zu hören.

 

Foto: Felix Pražak

 

ZEITPOLSTER - ein Betreuungs- und Vorsorgenetzwerk

Zeitpolster habe ich im Rahmen der Freiwilligenmesse in Wien 2022 (Post: Etwas machen, das Sinn macht ) kennengelernt. Es ist ein Betreuungs- und Vorsorgenetz und ihr Ansatz, wie Hilfe im Alter auf neue Art organisiert wird, ist beeindruckend.

Der Slogan Heute helfe ich. Morgen wird mir geholfen. beschreibt das Konzept von Zeitpolster perfekt. Es geht um Betreuungsdienste für zumeist ältere Personen, für die die Betreuer:innen Stundengutschriften erhalten. Es ist also keine reine Freiwilligenarbeit, sondern diese Gutschriften dienen gleichzeitig als persönliche Altersvorsorge, da man diese Stunden zu einem späteren Zeitpunkt selbst für Hilfe abrufen kann. Aber auch Personen, die keine Stundengutschriften haben, können die Leistungen gegen einen geringen Stundensatz in Anspruch nehmen. Zeitposter stellt den organisatorischen Rahmen zur Verfügung und baut über viele regionale und lokale Teams in Österreich ein Netzwerk moderner Nachbarschaftshilfe auf. Zusätzlich bieten sie auch verschiedene  Informationen zum Thema Alter an, wie z.B. die Podcast-Serie „Cleveres älter werden“

Dass Hilfe und Betreuung im Alter wichtig und notwendig sein kann, haben viele in meinem Alter bereits an den Eltern erfahren. Und meistens sind es die Kinder, die in so einem Fall oft schnell und manchmal überraschend eine Hilfe auf die Beine stellen müssen. Das Kennenlernen von Zeitpolster hat mich in jedem Fall daran erinnert, mir selber Gedanken darüber zu machen und diese später in einem Beitrag im Rahmen der Säule RESSOURCEN zu bringen.

 

Bis es so weit ist, wünsche ich Euch viel Freude beim Zuhören des Podcasts und die eine oder andere Inspiration, sei sie neu oder einfach wieder in Erinnerung gekommen.

 Herzlichst
Helga

Neues erleben, das Spaß macht

Bei der aktuellen Flut von deprimierenden Neuigkeiten sollten wir uns ganz bewusst auf die Suche nach Neuem machen, das uns mit Freude erfüllt und Spaß macht. Dabei geht es nicht darum, diese Entwicklungen zu leugnen, sondern einfach darum, sich nicht von Negativität überrollen zu lassen. Und im Alter hat das Neue auch noch eine zusätzlich Bedeutung: Sich immer wieder auf Neues einzulassen fördert unser Gehirn, weiß man aus der Neurologie, hält uns jung und macht glücklich. Daher möchte ich Euch mit diesem Post drei Inspirationen und Beispiele dazu geben.

Take Away:

  • Etwas machen, wovon man – vielleicht schon seit der Kindheit - träumt.

  • Einfach Neues ausprobieren, weil man neugierig ist.

  • Den Alltag durch eine neue Brille sehen und Neues dabei finden.

 

Foto: Robert Pražak

 

DER RICHTIGE ZEITPUNKT UM NEUES ZU ERLEBEN IST IMMER JETZT

Die Zeit in der Pension ist wie geschaffen für Neues. Nie zuvor hatten wir so viel Zeit, soviel Selbstbestimmtheit und die meisten sind fit und unternehmungslustig. Der erste spontane Gedanke, der bei Neuem oft in den Sinn kommt, ist Reisen. Neues in fremden Ländern erleben steht oft ganz oben auf der Liste (siehe Post GO-GO, SLOW-GO, NO-GO). Keine Frage, reisen erweitert den Horizont und überschüttet uns mit neuen Eindrücken. Meine ganze Familie hat das immer gerne gemacht und viele jüngere Freunde fragen uns heute: „Warum reist ihr nicht mehr, ihr habt doch die Zeit dazu?“ Einfache Antwort: weil es Neues nicht nur in der Ferne gibt, denn es liegt auch direkt vor, neben und vor allem in uns!

Neues zu erfahren ist einen höchste persönliche Sache und ein unerschöpfliches Gebiet. Außerdem liegt es mir fern, einen weiteren Quick-Ratgeber wie z.B. „So erlebst du Neues in deinem Leben“ zu schreiben. Ich möchte mit meinen Posts Themen aufgreifen, von denen ich überzeugt bin, dass sie eine Rolle dabei spielen WIE wir alt werden. Mit meinen Geschichten möchte ich Euch inspirieren darüber nachzudenken, welchen Stellenwert das alles in Deinem Leben hat um es dann auf Deine Weise auch auszuprobieren. Daher sind hier drei Anregungen um Neues in Deinem Umfeld zu finden.

  1. Das Konzept vom „Inneren Kind“ (Jour Fixe mit dem inneren Kernteam). Das gesunde Innere Kind in uns ist neugierig, verspielt, spontan, lacht gerne und blödelt voller Leichtigkeit. Wie viel Raum gibst Du ihm? Welche Träume deiner Kindheit sind noch offen?

  2. Vielleicht gibt es aber auch Dinge, für die Du einfach noch nicht die Möglichkeiten hattest und die Dir bis heute nicht aus dem Kopf gegangen sind. Dinge, die du schon immer einmal ausprobieren wolltest. Oft höre ich dann, dass das aus körperlichen Gründen oder wegen fehlender Ausbildung nicht (mehr) geht... Dann muss man halt kreativ sein und irgendwo und irgendwie klein anfangen.

  3. Schließlich ist es auch möglich in jeder Situation das Neue und Positive zu sehen, wenn man eine andere Brille aufsetzt. Das hilft auch, das Leben nicht so ernst zu nehmen, und wie schon vorher gesagt, es geht nicht ums Leugnen oder „Schönreden“ von Tatsachen!

Es ist die Beschäftigung mit Neuem, die uns begeistert und die in unserem Gehirn Hormone aktiviert, die uns “knackig” erhalten und zum Strahlen bringen.

Ich werde sicher noch eine Reihe von Dingen tun, die bisher nie meinen Weg gekreuzt haben. Fürs erste habe ich begonnen, auf einem Bio-Bauernhof mitzuhelfen. 

ETWAS MACHEN, WOVON MAN SCHON ALS KIND GETRÄUMT HAT

 
 

Seit zwei Jahren helfe ich auf einem Bio-Bauernhof mit. Ich bin am Land in einer Kleinstadt aufgewachsen und war oft bei meinen Freundinnen, die auf Bauernhöfen zu Hause waren. Also Schweine füttern, Eier aus dem Hühnerstall holen, melken und selbst Traktor fahren sind mir nicht unbekannt. Aber mit Schule, Studium, Beruf und Großstadtleben ist das alles verschwunden. Praktisch all meine Tätigkeiten fanden im und mit dem Kopf statt. Mit meinem Pensionseintritt wurde in mir der Wunsch immer lauter, körperlich zu arbeiten, etwas zu machen, was ich danach real anschauen und angreifen kann und mich dabei auch wohlig „ausgepowert“ fühle. Blog schreiben ist wunderschön, Coachings sind erfüllend und Familienzeit ist großartig, aber der Wunsch richtig zuzupacken war auch immer da. Viele meiner Freunde stürzen sich mit der Pension ins Haus bauen, umbauen oder renovieren, aber mangels Haus musste es halt etwas anderes sein.

Zu diesem Wunsch gesellten sich meine Kindheitserinnerungen vom Bauernhof. Ich hatte das große Glück, über Freunde genau den Hof zu finden, an dem ich immer wieder mithelfen kann. Da es dort ein breites Spektrum an Gemüsebau, Wein und auch Schafe gibt, habe ich bereits Knoblauch „gestupft“ (eingesetzt), Süßkartoffeln und viel anderes Gemüse und auch Ringelblumen gesetzt und geerntet und Unkraut gejätet, aber auch im Weingarten „eingestrickt“, Laubarbeit gemacht, beim Lesen geholfen und Schafe gemolken. Jedes einzelne Mal war für mich ein Erlebnis!

Neues macht glücklich – das kann ich nur bestätigen! Ganz besonders glücklich war ich, als wir mit dem Traktor nach der Ernte durch das Dorf gefahren sind. Eigentlich etwas ganz normales, aber für mich ein echtes Highlight.

Diese Mitarbeit hat mir aber viel mehr als nur einige glückliche Stunden beschert. Sie hat mir eine neue Welt und Sichtweise eröffnet. Seit meiner Mithilfe ist mir noch mehr denn je bewusst geworden, wie anspruchsvoll biologische Landwirtschaft ist. Wir wollen uns immer besser und gesünder ernähren, aber wie viel Aufwand, Pflege und Liebe (ja auch Liebe!) es braucht, bis die Produkte bei uns auf dem Teller sind, muss man echt einmal erleben. Durch dieses Miterleben ist meine Dankbarkeit für das, was ich esse noch deutlich größer geworden. Und auch, dass Gemüse und Obst keinem Schönheitswettbewerb stand halten müssen, um beste Qualität zu sein! Das haben wir beim Blick auf das makellose Supermarktsortiment oft schon völlig vergessen. Und ich habe großen Respekt für die Bio-Bauern, für ihr Unternehmertum und ihren Umgang mit der Natur und ihrem Risiko. Davon können sich viele große Unternehmen etwas abschauen. Es würde mich nicht wundern, wenn Strategien von Bio-Bauern, speziell was ganzheitliches Wirtschaften und Resilienz angeht, in Unternehmensstrategien einziehen (meinen angestammten Beruf kann ich eben nicht leugnen…). Nirgendwo erfährt man mehr über gelebte Nachhaltigkeit, als auf einem Bio-Bauernhof. Dazu sind es natürlich nicht nur die Arbeit und die neuen Erfahrungen, es sind ganz besonders auch die Menschen und die Begegnungen, die so unglaublich bereichern. Danke Maria & Franz!

Neues erleben kann Tücken haben! Manchmal erfährt man auch eigene Limits, wenn man etwas Neues ausprobiert. Am Bauernhof sind das definitiv einseitige, anstrengende Bewegungen, die man als „Stadt- und Büropflanze“ überhaupt nicht gewöhnt ist, selbst wenn man „brav“ Sport betreibt. Da heißt es wirklich aufpassen, das EGO („Ich kann das doch alles!“) im Zaum zu halten und wirklich auf den Körper zu hören. Bei einem meiner ersten Einsätze hatten wir Futterrüben geerntet und auf den Anhänger geworfen. Eine Tätigkeit, die man mit Medizinball werfen vergleichen kann. Stundenlang und ohne Training. Das habe ich danach noch sehr lange gespürt und bin jetzt einiges vorsichtiger, was meine Grenzen angeht!

Eines ergibt das andere! Aus dieser Mitarbeit hat sich ein neues Projekt für uns ergeben, das unser Wissen aus früheren Jobs, Energetik und Weinbau zusammenbringt. Mein Mann und ich betreuen in einem anderen Betrieb einen Weingarten mit Homöopathie, also „Pflanzenschutz durch Information“. Heute ist das noch weitab vom Mainstream und genau deshalb sehen wir es als Privileg von Pensionisten an, dass wir Dinge tun dürfen, die wir ausführlich recherchiert haben und daher davon überzeugt sind, die sich aber (noch) nicht rechnen müssen und die vor allem anderen helfen!

NEUES AUSPROBIEREN, WEIL MAN NEUGIERIG IST

Unser Freund Thomas (70+) ist ständig begierig, Neues zu erleben und neue Einblicke in unterschiedlichste Bereiche zu bekommen. Er sagt „Was immer ich jetzt mache, muss mich glücklich machen“. Das strahlt er auch aus. Er liebt Sportveranstaltungen, er liebt Großevents und Menschen. Also sucht er sich Volontier-Jobs aus, die ihn direkt ins Zentrum des Geschehens bringen. Einmal hat er Programme bei einem Volleyballspiel verkauft; ein anderes Mal war er Teil der Crew im Begleitboot einer Segelregatta. Bei einem jährlichen Biathlon Event ist er schon zum Administrator, der die Schüsse registriert, aufgestiegen, weil er bereits seit einigen Jahren dabei ist. Wichtig ist, so meint er, dass man sich genau das aussucht, was man wirklich gerne macht. „Es ist der Vorteil unseres Alters, dass wir nicht jeden Job nehmen müssen, der sich bietet. Denn es geht nicht ums Verdienen, es geht ums Erleben und Erfahren. Hinter die Kulissen schauen zu dürfen und sich dabei selber in neuen Situationen auszuprobieren.“ Und noch etwas: wenn es mich glücklich macht, strahle ich Positives aus! Davon profitiert auch mein ganzes Umfeld.  

DEN ALLTAG DURCH EINE NEUE BRILLE SEHEN UND NEUES DABEI FINDEN

Man kann Neues auch dort erfahren, wo man es am wenigsten erwartet. Als meine Schwiegermutter mit über 90 einen Schlaganfall hatte und ihr Aktionskreis sich für längere Zeit auf die Wohnung beschränkte, war es fürs erste vorbei damit, draußen etwas Neues zu erleben. Aber genau dadurch hat sie Neues in unbekanntem Ausmaß erfahren. Vor dem Schlaganfall hat sie alleine gelebt, jetzt hatte sie mehrmals täglich Besuch. Ihre Pflegerinnen, die sie regelmäßig besuchten, kamen aus vielen Teilen der Welt. Daher hat sie begonnen, sich mit ihnen über ihre Herkunftsländer zu unterhalten, hat  sich mit ihren Kulturen auseinander gesetzt und sogar ein paar kleine Sätze oder auch nur Wörter in ihren Sprachen gelernt. Da waren sogar Sprachen wie Suaheli und Amharisch dabei. Jeder Besuch ihrer Pflegerinnen wurde zu einem neuen Event und hat beiden Seiten Freude gemacht. Sie hat in diesem hohen Alter eine Weltoffenheit bekommen, die sie vorher nicht gekannt hat. Das Öffnen für Neues ist, wie uns meine Schwiegermutter gezeigt hat, in jedem Alter und in jeder Situation möglich.

Michael Lehofer (Psychotherapeut) schreibt in seinem Buch „Alter ist eine Illusion“ [i] dazu: „Jetzt sind wir nun einmal dort, wo wir sind! Was gibt es da zu erforschen? Welche Abenteuer kann ich da erleben? Welche Freuden bietet mir das Neue? Und das neue Wunderland ist nicht immer das Paradies oder Schlaraffenland!“  Wow, gerade der letzte Satz ist eine Erkenntnis!

Und er meint auch:

„Festhalten an Altem macht uns alt!
Jetzt ist es wichtig dass wir Altes loslassen,
in unserem Kopf Platz schaffen für Neues,
für das ständige Neuwerden.
Nur das hält uns wahrhaft jung.“ 

Herzlichst
Helga

mehr zum Thema Glück findest Du hier:
Was ist Glück
Wie werde ich im Alter glücklich

[i] Michael Lehofer: Alter ist eine Illusion. Wie wir uns von den Grenzen im Kopf befreien. GU 2020

Darum brauchen wir Vergnügen, Humor und Spaß!

Die vergangenen beiden Jahre haben in vielerlei Hinsicht eine Menge Einschränkungen und Schwere gebracht. Wir sind einem Trommelfeuer negativer Nachrichten und Erfahrungen ausgesetzt gewesen und es ist höchste Zeit, meine ich, den Fokus nicht nur auf Fallzahlen und einzelne Maßnahmen zu legen. Wir müssen vor allem aus dem Feld der Angst und der Sorgen aussteigen und unsere innere Zuversicht für neue Wege finden.

Mir fallen dazu zwei Ansatzpunkte ein. Erstens, immer wieder für Entspannung zu sorgen, selbst oder gerade wenn der Stress besonders hoch ist. Und zweitens, sich immer wieder aus negativem aktuellen Geschehen herauszuheben und die Säule VERGNÜGEN mit Momenten von Freude, Spaß und Begeisterung bewusst zu stärken. Und für uns Senioren gilt ja sowieso: Schönes Neues und Begeisterung halten jung.

Take away

  • Energie folgt der Aufmerksamkeit!

  • Es gib eine Biochemie des Vergnügens

  • Sich aus negativen, kollektiven Feldern bewusst herausnehmen und für Spaß und Lachen sorgen

 

Foto: Helga Pražak

 

WIR HABEN EINE PANDEMIE DER NEGATIVEN EMOTIONEN

Ich weiß natürlich nicht, wie es jedem von Euch in den letzten zwei Jahren ergangen ist. Mir erscheint diese Zeit jedenfalls sehr angespannt und - energetisch gesprochen – geprägt von einem starken Feld kollektiver Angst. Das merke ich einerseits in vielen Gesprächen. Und andererseits schüren verschiedenen Medien diese Angst auf unglaubliche Art und Weise - statt für Zuversicht und Neuausrichtung zu sorgen. Um mit Hans Rosling[i], Professor für internationale Gesundheit, zu sprechen, sie bedienen unseren Instinkt nach Negativität, also unsere Neigung das Schlechte intensiver wahrzunehmen als das Gute. Welche guten Nachrichten hast Du in der letzten Woche oder im letzten Monat gehört? Und wenn ja, wie intensiv hast du sie wahrgenommen?

Wenn wir uns anschauen, was Angst, Wut und Aggression mit dem Energiefeld jedes und jeder Einzelnen anstellt, dann haben wir nicht nur eine Corona-Pandemie, sondern auch eine Pandemie der negativen Emotionen und die wird überhaupt nicht adressiert. Obwohl selbst die Wissenschaft weiß, dass Körper und Geist keinesfalls zu trennen sind und negative Emotionen die Abwehrkräfte reduzieren und Ursache vieler Krankheiten sind.

WENN DIE ZUKUNFT POSITIV SEIN SOLL MÜSSEN WIR EINE POSITIVE EINSTELLUNG HABEN

Es ist wirklich nicht einfach, sich in einem kollektiven Umfeld voll Angst, Niedergeschlagenheit, Wut u. v. m zu entspannen und sich auf Momente des Glücks oder der Freude zu konzentrieren und eine positive Grundhaltung zu bewahren. Und wenn man das macht, wirkt es manchmal auf andere so, als würde man sich der allgemeinen Lage nicht bewusst sein und die Augen verschließen vor dem, was passiert (wie oft habe ich das selbst gehört!).

Wenn wir aber unsere Zukunft positiv gestalten wollen, müssen wir das auch positiv angehen. In diesem Zusammenhang passt der Kernsatz der Energetik perfekt:

Energie folgt der Aufmerksamkeit!
Das, worauf Du Deine Aufmerksamkeit richtest,
wird größer und stärker. 

Wenn unsere Aufmerksamkeit dem Negativen und seinen Auswirkungen gewidmet ist, werden diese wachsen – das können wir doch nicht wirklich ernsthaft wollen!

Ich glaube daher, jetzt ist jeder Einzelne gefordert, aktiv für eine positive Ausrichtung zu sorgen. Und daher habe ich für mich beschlossen, mich nach zwei spaßreduzierten Jahren bewusst der Säule VERGNÜGEN zuzuwenden. Ihr kennt vermutlich meine 5 SÄULEN für ein vitales und glückliches Alter schon, also Gesundheit-Sinn-Liebe-Vergnügen-Ressourcen. Und diese gelten natürlich nicht nur für das Alter :). Auf welcher Säule liegt für Euch gerade der Fokus?

VERGNÜGEN HÄLT GESUND

Meine Säule VERGNÜGEN beinhaltet alles, was mit Spaß, Humor, Erholung, Schönem und Neuem zusammenhängt. Etwa überraschende Erlebnisse, die einen zum Lachen bringen oder gute neue Erfahrungen, die unseren Geist anregen.

Das Leben ist nicht dazu da,
mit einer Maske der Niedergeschlagenheit gelebt zu werden.

Was würde Dir jetzt oder in nächster Zeit Freude machen? Denk dabei auch kleine Dinge, wie zum Beispiel Freunde zu einem Spieleabend einzuladen, die Tür zu öffnen und die Winterluft zu spüren, Deine Lieblingsmusik so laut zu hören, dass Dein Körper sich dazu ganz automatisch bewegen möchte? Oder such Dir bewusst etwas aus, was Du noch nie gemacht hast, damit Du nicht in ein Lamento fällst, weil das, was Du vor Corona gerne gemacht hast, jetzt vielleicht (noch) nicht möglich ist.

Was bringt Dich zum Lachen? Wisst Ihr eigentlich, dass Lachen nachgewiesene körperliche Vorteile bringt? Nach Dr. Chrstiane Northrup (Gynäkologin und Autorin von Goddesses never age) zählen dazu die Senkung des Blutdrucks, die Stärkung des Immunsystems, die Verringerung von Entzündungen, die Verbesserung des Gedächtnisses und des Kreislaufs sowie eine bessere Sauerstoffversorgung des Blutes. Lachen lindert auch Schmerzen, indem es die Beta-Endorphine, die Wohlfühl-Neurotransmitter, erhöht. Tiefes Lachen aus dem Bauch heraus überflutet uns mit Stickstoffmonoxid (NO). Das Gefühl, dass Stickstoffmonoxid freigesetzt wird, dauert oft nur kurze Zeit, aber es sind wunderbare Sekunden! Und es setzt eine Wirkungskette anderer Wohlfühlchemikalien im Körper in Gang. Es gibt also so etwas wie “Die Biochemie des Vergnügens“. [ii]

Scheu Dich daher nicht, Vergnügen an die Spitze Deiner To-Do Liste zu setzen! Spaß zu haben ist gesund. Es ist auch das, was uns alterslos hält. Lachen erhöht Deine Schwingung. Und sollte sich nichts anderes anbieten, dann schau Dir ein YouTube Video von lachenden Leuten oder Babys an, das ist ansteckend und wirkt immer.

Humor ist im Vergleich zu Spaß weniger laut, aber nicht weniger effektiv. Für mich bedeutet Humor, den Unzulänglichkeiten und den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen, vor allem, wenn man daran nichts ändern kann. Jedenfalls kann man sich von humorvollen Geschichten anstecken lassen und so auch über absurde Momente schmunzeln. Das wäre schon einmal ein sehr guter Anfang, denke ich.

Wir können uns also immer wieder vor Augen halten: Vergnügen zu erleben ist auch entscheidend für die Gesundheit. Es ist ein Geschenk an uns selbst und an die Menschen um uns herum.

 
 

EINMAL RICHTIG ABHEBEN!

Zum Vergnügen zählen für mich auch Interessantes und Neues zu erleben. Gleich zu Jahresbeginn wollte ich genau das tun und Abheben und zwar im wörtlichen Sinn. Daher habe ich meinen Mann und meinen Sohn eingeladen mit mir „Fliegen“ zu gehen - abzuheben beim Indoor Skydiving. Für mich lag darin sowohl der Kick des Neuen, etwas, was ein bisschen über meine Komfortzone hinausgeht zu erleben, aber besonders auch mit meinen beiden Männer etwas gemeinsam zu erleben und gemeinsam Spaß zu haben. Und ja, es hat sich voll ausgezahlt! Ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis im Windkanal bei 200 km/h zu fliegen und zu erfahren, wie bereits jede minimale Bewegung Auswirkungen hat.

Für mich hat dieses Abheben und Fliegen aber auch einen symbolischen Charakter für dieses Jahr. Es geht mir genau darum mehr solcher Momente zu finden, die einen aus dem Alltag herausreißen. Und natürlich muss es nicht immer so spektakulär sein! Es ist für mich aber auch Symbol dafür, im Strom der Entwicklung immer eine stabile Position zu finden und den Aufwind zu nutzen. Wichtig ist dabei die Haltung, sowohl die innere als auch die äußere, und die muss man natürlich halt immer wieder nachjustieren.

Dieses Erlebnis war für mich ein sehr guter Jahresauftakt und ich bin schon gespannt, was dieses Jahr an Vergnügen und schönem Neuen noch kommt.

Herzlichst
Helga


[i] [i] Hans Rosling: Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist | Der Bestseller zum Erreichen einer offenen Geisteshaltung für Ansichten und Urteile, die nur auf soliden Fakten basieren (2019)

[ii] Dr. Christiane Northrup, Goddesses never age. Hay House Inc. 2015