Atmung

Entspannung³ gehört zum Repertoire!

Entspannung³ steht für mich für die Kombination von physischer, emotionaler und mentaler Entspannung, also tiefer innerer Ruhe auf allen Ebenen. Diese Entspannung ist eine Art, nichts zu tun, nichts zu denken und die ganze Geschäftigkeit und Aktivität für eine bestimmte Zeit loszulassen. Sie gehört meiner Meinung nach in unserer Zeit zu den wichtigsten persönlichen Tätigkeiten! In der aktuellen Situation, im Berufsalltag und ganz besonders im Alter. Letzteres mag paradox erscheinen, weil viel äußerer Stress wegfällt, aber wir müssen auch an den inneren Stress denken. Sorgen, Ängste, Anspannung, all das hört mit der Pension nicht auf, sondern wird manchmal auch unerwartet mehr. Sich also rechtzeitig Methoden anzueignen, um selbst immer wieder zu einer tiefen Ruhe zu kommen, gehört aus meiner Sicht zu den Basistätigkeiten, etwa wie Zähneputzen und Bewegung machen.

Take away

  • Entspannung³ - Das sollte jede und jeder richtig gut können!

  • Methoden um Stress aktiv loslassen zu können gehören auch zum Repertoire im Alter

  • Zwei Übungen für die schnelle und die tägliche Entspannung³

 

Photo by Juan chavez on Unsplash

 

ENTSPANNUNG³ – SO WICHTIG WIE NOCH NIE

Ursprünglich wollte ich nur einen Beitrag über Entspannung im Alter schreiben. Nach zwei Jahre Corona und in der ganz aktuellen, politisch turbulente Zeit, gibt es aber so unglaublich viele Spannungen in der Welt (sensitive Menschen spüren das sogar körperlich), dass Entspannung für alle ein Thema ist.

Entspannung³ bedeutet für mich neben der Lockerung der muskulären Anspannung, dem Erholen, dem ruhiger werden, dem „aus-der-Gedankenspirale-aussteigen“ auch, dass wir uns nur in diesem Zustand gut mit Energie aufladen können. Es ist eine gute Möglichkeit, das eigene Energiesystem aufzufüllen, auszubalancieren und zu sich selbst zu finden ohne äußeren Ansprüchen folgen zu müssen. Nur in einem entspannten Zustand sind wir auch in der Lage gute Entscheidungen zu treffen.

ENTSPANNUNG3 AUCH UND GERADE IM ALTER

Für alle, die voll im Berufsleben stehen, mag es merkwürdig sein über Entspannung im Alter zusprechen. Die Pension scheint doch genau die Zeit zu sein, wo aller Stress und ein Großteil der Verantwortung mit einem Schlag wegfällt (z.B. keine Budget-, Projekt- oder Aufgabenverantwortung beruflicherseits, aber auch auf privater Seite z.B. für Kinder, die meist schon selbständig oder sogar aus dem Haus sind). Und ja natürlich, dieser Stress, in einem System funktionieren zu müssen, ist weg und für viele stellt sich eine große Erleichterung ein. Eine Freundin hat das so gut beschrieben: „Der erste Tag in der Pension fühlt sich an wie Freiheit pur.“ Für andere allerdings bedeutet gerade das enormen Stress.

Neben diesem äußeren Stress, gibt es aber immer noch den inneren Druck und der ist nicht weniger bedeutsam und kann im Alter auch noch ansteigen. Aus meiner Sicht gibt es dazu drei Aspekte:

1.      Die Gewohnheit – Unser Körper und unser energetisches System sind über Jahrzehnte mit Stresshormonen „gedopt“ worden und suchen verzweifelt nach dem bekannten Gefühl.
Es kann aber auch sein, dass man aufgrund der vielen Aktivitäten bisher gar nicht bemerkt hat, wie angespannt man tatsächlich war. Das war schlicht der normale Grundzustand!
So beginnen manche in der Pension hyperaktiv zu werden und nicht selten hört man: „Keine Zeit!“ Wenn man diese Körpergewohnheit zu Beginn der Pension nicht auflöst, gibt es auch im Alter überall Stressoren, mit denen man das Gefühl im Körper aufrecht erhalten kann. So höre ich immer wieder von Jüngeren: „Worüber ihr euch alles aufregt?!“

2.     Neue Stressoren – Ich bemerke an mir und an vielen Bekannten, dass in dieser neuen Lebensphase völlig neue Stressoren auftauchen können, wie z.B. plötzliche Krankheit (allein eine Diagnose kann den Stress-Pegel in ungeahntem Ausmaß nach oben schießen lassen!), Veränderungen, Verluste oder Konflikte, aber auch die Angst vor dem Sterben. All das bekommt einen Stellenwert, den es bisher noch nicht gab!

Kollektive Stressoren – Die Anspannungen der letzten Jahre, und ganz besonders die aktuelle politische Situation, wirken sich auf uns alle aus und selbst den ruhigsten und ausgeglichensten Menschen fällt es oft sehr schwer, sich der allgemeinen Angst zu entziehen.

WAS BEDEUTET KONTINUIERLICHER INNERER STRESS FÜR UNS?

Innerer Stress hat, wie kaum etwas anderes, einen Einfluss auf unsere Gesundheit und er engt unsere Sichtweisen ein. Wenn wir also die Jahre vor uns gesund, offen und positiv erleben wollen, gehört ein gutes Stressmanagement spätestens ab Tag 1 der Pension dazu!

Körperlichen Stress merkt man sehr deutlich an den Muskeln und zeigt sich auch über die Körperhaltung. Erinnert Ihr Euch noch an den Post: Gute Haltung ist besser als Botox!  Beim Zwiebelschneiden habe ich bemerkt, wie ich die Schultern hinaufziehe und völlig angespannt dastehe, ohne mir bewusst zu sein warum eigentlich.

Emotionaler Stress und negative Gedanken lösen chemische Prozesse in unserem Körper aus. Wenn die lange anhalten zeigen sie sich früher oder später als Symptome.

Energetisch gesehen verhindert Stress, dass wir ausreichend Lebensenergie aufnehmen!

30-TAGE-FOKUS AUF ENTSPANNUNG

Vor einem Monat habe ich begonnen, sehr konsequent auf meinen Stresspegel zu achten. Ich habe täglich etwa 30 Minuten meditiert mit der Intention, auf allen Ebenen innerlich zur Ruhe zu kommen und frische Energie durch meinen Körper strömen zu lassen. Ich habe dabei gesehen, dass sich immer noch früher gewohnter Anspannung zeigt, aber insbesondere aktuell neue Anspannung dazu kommt. Und das, obwohl ich bereits mit 25 erstmals Autogenes Training gelernt habe und in den letzten 20 Jahren viel meditiert habe. Es ist daher egal, wie erfahren man mit Meditation ist, Entspannungsmethoden für alten und neuen Stress sollten zur täglichen Praxis gehören, wie Duschen und Zähneputzen. Man duscht ja auch nicht immer nur dann, wenn alle rundherum schon sagen, „Du riechst ein bissl streng!“ :)

ENTSPANNUNG³ GEHÖRT ZUM REPERTOIRE IM ALTER

Für viele besteht Entspannung darin ein gutes Buch lesen, ein gutes Glas Wein zu trinken, einen Spaziergang oder Sport zu machen. Das ist wunderbar, keine Frage! Ich glaube aber, dass es zusätzliche Methoden braucht, um akuten oder auch lang andauernden Stress aktiv aufzulösen.  

Ich stelle Dir hier zwei meiner bewährten Methoden vor, es gibt aber natürlich sehr viel mehr. Such Dir eine Methode aus, die sich für Deine tägliche Praxis gut eignet und die Du gerne machst. Damit Du ein Gefühl für die Wirksamkeit der Methoden bekommst, kannst Du vor und nach der Übung deinen aktuellen Stresslevel einschätzen, indem Du - ohne viel nachzudenken - nachspürst, wo Du auf einer Skala von 1-10 gerade stehst (1 ist total entspannt und 10 bedeutet totaler Stress).  

Herzfokussiertes Atmen (Quick Coherence)[i]
Stressige Emotionen erzeugen ein chaotisches Muster der Herzfrequenzvariabilität, das sich im Körper und im gesamten Energiefeld des Herzens ausbreitet. Alle Zellen sind davon beeinflusst! Durch diese Atemübung kann man schnell einen sogenannte, kohärenten (harmonischen) Herzrhythmus hervorrufen, der nach innen und außen Ruhe ausstrahlt.

 

HeartMath [2]

 

2 bis 5 Minuten dieser Übung reichen meist schon und mit etwas Übung kannst Du das sogar mit offenen Augen machen - wann immer dir danach ist.

  1. Richte deine Aufmerksamkeit auf deine Herzgegend. Versuche dir vorzustellen, dass die Energie von deinem Kopf in dein Herz hinunterfließt.

  2. Stelle dir vor, wie dein Atem in und aus deinem Herzbereich und deinem Herzen ein- und ausströmt. Atme etwas langsamer und tiefer als gewöhnlich und finde einen Atemrhythmus, der für Dich angenehm ist.

  3. Denke jetzt an etwas richtig Schönes, das Du mit einem positivem Gefühl (wie Liebe, Sicherheit, Freiheit ...) verbindest. Das kann eine Person sein, eine Situation, ein Moment in der Natur... Lass nun einfach dieses Gefühl durch deinen ganzen Körper strömen während du weiter durch das Herz ein- und ausatmest.

Entspannung³ -Meditation

Entspannung kann man nicht erzwingen, das geht einfach nicht.. Ebenso kann man sich ja auch nicht zwingen nicht zu denken. Und man kann Entspannung auch nicht einfach anschalten. Es ist etwas, dem man sich hingibt und dem man Raum gibt um sich auszubreiten.

Ich habe für Euch eine Meditation aufgenommen, die etwa 15 Minuten dauert und ich lade euch ein, mit mir eine Reise zur inneren Ruhe und zum Aufladen mit frischer Energie zu machen.